Wissenschaftlicher Beirat von Hexenschuss-Notruf

Der wissenschaftliche Beirat unterstützt den Hexenschuss-Notruf bei Belangen rund um die Schmerzbehandlung bei Hexenschuss oder akuten Rückenschmerzen.

Der Beirat besteht aus Dr. med. Dieter Sielmann (Spezialist für medikamentfreie Schmerztherapie www.dr-sielmann.com), Dr. rer. nat. Daniel Gärtner (Dozent für angewandte Sportwissenschaft an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Technischen Universität München) und Dr. Andreas Christian Schröder (Ärztlicher Leiter am Ortenau-Klinikum).

Weshalb die medikamentfreie Schmerztherapie wegweisend und für viele Menschen ein wirklicher Erfolg ist, lesen Sie hier.

WAS IST MEDI-TAPING –

EINE ERKLÄRUNG VON DR. SIELMANN

Es gibt Dinge im Leben, die man erst einmal nicht verstehen kann.

Im Juli 2001 wurde ich von massivsten Rückenschmerzen geplagt. Nach erfolglosen Selbstbehandlung über Wochen, konnte mir ein orthopädischer Facharzt leider auch nicht helfen. Erst als ich von einem Physiotherapeuten mit einem elastischen Tape behandelt wurde, waren nach wenigen Sekunden meine Rückenschmerzen wie weg geblasen. Nur endgradig hatte ich bei Drehbewegungen noch leichte Schmerzen. Ich verstand zwar diese schnelle Wirkung nicht, aber es faszinierte mich so sehr, dass ich den Grund für diese wahnsinnige Wirkung wissen wollte.

Als Arzt lernt man wenig über die funktionelle Anatomie. Dass heißt, man weiß wenig über die einzelnen Muskeln und deren Funktionen. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Ärzte sich immer mehr auf bildgebende Verfahren verlassen. Ich habe mehrere Jahre in der Chirurgie gearbeitet und kann mich noch gut daran erinnern, dass die Diagnosen häufig in der Röntgenbesprechung erstellt wurden. Schließlich sind auf Röntgenbilder Veränderungen, die auffällig erscheinen, also muss das der Grund für die Beschwerden sein. Als Arzt kannte ich aber auch schon vorher die Möglichkeit, dass Patienten Beschwerden hatten aber keinerlei bildverändernde Auffälligkeiten bei der Untersuchung zeigten. So dachte ich, bis ich eines Besseren belehrt wurde.

Die Therapie, die mit den elastischen Bändern ausgeführt wird heißt Kinesio-Taping und ist erstmalig von einem japanischen Chiropraktiker 1970 angewendet worden. Als 1999 ein hölländischer Fußballspieler der bei Dortmund spielte diese Methode nach Deutschland brachte, begeisterte er seine Physiotherapeuten in Dortmund damit. Über die Physiotherapeuten wurde diese Therapie langsam in Deutschland bekannt.

Als ich diese Therapie anwendete, konnte ich meinen Augen nicht trauen, weil ich Krankheiten, vor allem Schmerzen mit Erfolg behandeln konnte, die man eigentlich gar nicht heilen kann. Patienten, die operiert werden sollten, wegen Bandscheibenvorfällen, Meniskusverletzungen, Entzündungen in der Schulter oder Ellenbogen, Fersensporn, Muskelabrisse, Nerveinklemmungen, Verschleißerscheinungen in den Knien und noch andere Erkrankungen, wurden erfolgreich mit diesen Tapes behandelt, obwohl die nach Aussage von Kollegen, diese Erkrankungen nur operativ zu beherrschen seien.

Dank meiner großen Landarztpraxis habe ich viele Möglichkeiten gehabt, diese Methode, die mir zwar viele schlaflose Nächte bereitet, intensiv aus zu probieren. Weil ich auf einmal so erfolgreich war, was ich bis dahin nicht kannte. Patienten mit Rückenschmerzen, die ich sonst mit Spritzen, Kurzwellen oder Medikamenten erst nach mehreren Behandlungen schmerzfrei hatte, waren nun von einer Sekunde auf die andere Sekunde schon bei der ersten Behandlung schmerzfrei. Es behaupteten Patienten, die wegen Schulterschmerzen bei mir in Behandlung waren, dass diese nach drei Behandlungen verschwunden seien, dass aber gleichzeitig ihre Migräne, unter der sie seit über zwanzig Jahren erkrankt waren, nicht mehr beklagen.
Sicher habe ich mir einen Spass daraus gemacht, das Tape mal so mal so zu kleben und stellte fest, dass ich noch erfolgreichen wurde. Nach einem Jahr habe ich dann angefangen, auch anderen Therapeuten diese Kunst mit zu teilen. Ich lernte bei jedem Kurs dazu und konnte die Therapie immer wieder verbessern.

WARUM IST DAS KINESIO-TAPING NUR DURCH ZUFALL NACH 29 JAHREN NACH DEUTSCHLAND GEKOMMEN IST.

Wenn ich bedenke, dass ich diese Therapie mit dem elastischen Band seit 2001  anwende, dann fragt man sich, warum hat eine so erfolgreich Therapie so lange gebraucht, bis sie nur durch einen Zufall nach Europa kam. Die Frage kann ich heute beantworten. Ich war mit dem Kinesio-Taping, was ich anfangs gelernt hatte zwar zufrieden, aber bei weitem nicht so erfolgreich wie heute. Es bedurfte schon sehr vieler Veränderungen und Erkenntnisse über diese Therapie, die der Erfinder nicht bedacht hat. Nur durch die Vielzahl der Patienten und der glücklichen Fügung, viele gute Therapeuten kennen zu lernen, war es möglich eine funktionierende Therapie zu entwickeln.

Es mutet sich etwas komisch an, wenn die Mitbewerber von Kinesio-Taping damit werben, dass sie immer noch streng und original nach der Lehre ihres großen Vorbildes diese Therapie vermitteln.
In der kurzen Zeit von 5 Jahren konnte ich weltweit erstmalig so viele Krankheiten erstmalig beschreiben, die bisher nicht bekannt waren. Wir können heute große Erfolge in der Behandlung des KISS-Syndroms, muskulären Tinnitus, Migräne, Fersensporn, Impingment-Syndrom, Skoliosebehandlung, MS-Erkrankungen, ALS-Erkrankungen, Zustand nach Apoplex, Warzen, Kieferfehlstellungen, Osteoporose, Kniearthrose, Restless legs, Dreimonatskoliken, Mobus Crohn, Prostatitis, Morbus Sudeck aber auch  der Zosterbehandlungen damit erreichen.

NACHAHMER SIND AUF DEM VORMARSCH

Man kann mit dieser Therapie keinen verletzen, weil wir bis auf eine sehr seltene mögliche Allergie auf den Kleber oder die Farbe, keinerlei Nebenwirkung kennen. Es wird beobachtet, dass Therapeuten ihre Therapie Medical-Taping, Aku-Taping, Gesundheits-Tape oder Bewegungs-Tape nennen und dafür auch Kurse anbieten. Meistens sind es Therapeuten, die eine Sport-Mannschaft betreuen und wenig Erfahrungen mit diesem Tape haben. Was unsere Therapie betrifft, so wird sie nicht nur in der Woche praktiziert, sondern auch bald jedes Wochenende zusätzlich. Ich unterrichte das MEDI-TAPING bald jedes Wochenende und in meinen Kursen sind kranke Patienten einfach Pflicht. Damit man sieht, dass es nicht nur graue Theorie ist, die ich unterrichte, sondern dass man wirklich so einen unglaublichen Erfolg damit habe.

ERFOLG MACHT SÜCHTIG

Ich werde häufig gefragt, warum ich das alles mache. Nun sage ich, wenn man einmal solche Schmerzen gehabt hat, wie ich und keiner konnte mir helfen, selbst ich nicht, dann kann man nicht mit ruhigem Gewissen jedes Wochenende zu Hause sitzen und sagen, ich kann etwas Wahnsinniges, aber es reicht ja, wenn ich es kann. Das kann man deshalb nicht, weil die Mediziner viele falsche Dinge gelernt haben, die sie jeden Tag dazu verleiten, Menschen zu operieren, die nicht auf den OP-Tisch gehören. Es werden jeden Tag Patienten voller Medikamente gepumpt, weil nichts wirklich hilft, weil die Schmerztherapeuten den wahren Grund ihrer Beschwerden nicht erkannt haben. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ich Schmerzpatienten begegne, die obendrein mit Psychopharmaka behandelt werden, weil man sonst nicht mit dem Krankheitsbild fertig wird. Das geht aber nur, weil Schmerzpatienten sich so stark verändern, weil der Grund ihrer Erkrankung nicht gefunden wurde. Hat man es dann mit solchen Patienten zu tun und man kann ihnen auf einfache Weise und in kürzester Zeit erfolgreich helfen und nicht nur für wenige Wochen, dann fühlt man sich als Therapeut so gut, dass es ein wenig berauscht. Dies ist das Gefühl, was mich stark macht, dass ich in der Woche meine Allgemeinarztpraxis mit Spass führen kann und am Wochenende die Kraft habe, diese Therapie anderen Therapeuten zu vermitteln, weil am Wochenende unter den Therapeuten viele chronisch Erkrankte sind, aber auch neue Patienten im Kurs, die ebenfalls froh sind ohne Schmerzen nach der Behandlung leben zu  können. Es macht süchtig, wenn Patienten mit verkniffenem Gesicht vor einem stehen und nach der Therapie ihr Gesicht zu einem Lächeln oder auch Lachen sich verändert hat. Was für ein Spass.

WARUM SICH DIESE THERAPIE NICHT WIE EIN LAUFFEUER AUSBREITET

Im Anfang meiner Tapekarriere war ich der Auffassung, dass diese Therapie sich rasend schnell ausbreiten würde. Ich merkte, dass die Menschen doch sehr voreingenommen reagierten. Dafür sprechen viele Gründe. Eine der Gründe ist sicherlich, dass es viele Therapien gibt, die viel versprechen, aber es nicht halten. Die Patienten, die von den orthopädischen Kollegen zu Spritzen, Akupunktur oder sonstigen Therapien erfolglos behandelt wurden, trauen dieser völlig neuen Therapie nicht, weil sie zu einfach erscheint. Aber auch die ärztlichen Kollegen schütteln nur mit dem Kopf und meinen, wie viele, „Wie soll ein Pflaster Schmerzen heilen“. Heilpraktiker und vor allem Physiotherapeuten sind durch ihre Ausbildung viel eher bereit, diese Therapie zu verstehen, weil sie sich intensiver mit der Muskulatur beruflich auseinander gesetzt haben, als die Ärzte.

Bei den Ärzten kommen mehrere Dinge zusammen. Einmal wird im Grundstudium zwar die Muskulatur und deren Verlauf gelernt, später in der Facharztausbildung wird sie aber sträflich vernachlässig. Man orientiert sich hauptsächlich an bildgebenden Verfahren und benutzt diese für die Diagnosestellung. Einem Bild glaubt man eher als seinen Sinnen, wie dem Abtasten des Körpers auf muskuläre Schmerzen.

ES GIBT ANSICHTEN IN DER MEDIZIN DIE NICHT MEHR STIMMEN

Es gibt aber auch noch einen Kardinalfehler in der Medizin. Es wird immer noch gelernt, dass das Kreuzdarmbein oder auch das ISG (Iliosakralgelenk) sich nicht bewegt. Somit kommt der Untersucher auch nicht auf die Idee, auf die Statik des Menschen der Schmerzen hat, zu achten.

Man kann es nicht laut genug sagen“ DAS IST ABER DER HÄUFIGSTE GRUND FÜR UNSERE SCHMERZEN – EIN BLOCKIERTES ISG“ Nochmals zur Wiederholung, weil es so wichtig ist, es ist die Fehlstatik des Menschen und die daraus resultierende Fehlbelastung der Muskulatur, die am häufigsten Schmerzen verursachen und nicht die Knochen, veränderten Gelenke oder Menisken, oder sonstige Auffälligkeiten in den Röntgen-, CT- oder Kernspinnbildern.

Es gibt aber auch noch andere Gründe, warum sich diese Therapie, die doch so erfolgreich ist, nicht so schnell ausbreitet. Es liegt auch viel an unserem Krankenkassensystem. Die Krankenkassen tragen keinerlei Verantwortung mit ihrem Tun. Es interessiert sie nicht, was der Arzt macht. Nur wenn er zu viel Medikamente verschreibt, schaltet sie sich über die Kassenärztliche Vereinigung ein und droht mit Regressen. Wenn der Arzt zu wenig Arzneimittel verschreibt, dann interessiert sie es nicht. Auch wenn Ärzte gute Therapien mit großem Erfolg vorweisen, haben die Kassen kein Interesse.

Dr. med. Dieter Sielmann

Dr. med. Dieter Sielmann

Spezialist für medikamentenfreie Schmerztherapie seit 2001
Dr. rer. nat. Daniel Gärtner

Dr. rer. nat. Daniel Gärtner

Dozent für angewandte Sportwissenschaft an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften der Technischen Universität München
Dr. Andreas Christian Schröder

Dr. Andreas Christian Schröder

Ärztlicher Leiter am Ortenau-Klinikum

Dr. Schröder ist Chefarzt der Klinikhygiene, leitender Krankenhaushygieniker, Facharzt für Augenheilkunde und Medizinhygiene