Ein einschießender Schmerz im Rücken, der buchstäblich durch Mark und Bein geht und bis in die Beine ausstrahlen kann: So oder so ähnlich beschreiben viele Menschen einen Bandscheibenvorfall LWS. Doch wie kommt es eigentlich zu einem solchen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule? Um dies zu verstehen, müssen wir zunächst einen Blick auf den Aufbau der Lendenwirbelsäule werfen.

Aufbau der Lendenwirbelsäule

Die Lendenwirbelsäule, auch Lumbalwirbelsäule genannt, besteht in der Regel aus den fünf unteren Wirbeln der Wirbelsäule. Sie bildet den Bereich zwischen der Brustwirbelsäule und dem Kreuzbein (Os sacrum).

  • Die Lendenwirbelsäule besteht aus fünf Lendenwirbelkörpern, die mit L1 bis L5 von oben nach unten (also von Kopf in Richtung Fuß) nummeriert sind. Diese Wirbel sind im Allgemeinen größer und stabiler als die Wirbel in anderen Teilen der Wirbelsäule, da sie das Gewicht des Oberkörpers und der inneren Organe tragen müssen.
  • Zwischen den Lendenwirbelkörpern befinden sich Bandscheiben, die aus einem äußeren Faserring und einem inneren, gallertartigen Kern bestehen. Die Bandscheiben fungieren als Stoßdämpfer und ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule.
  • Jeder Lendenwirbel hat einen Wirbelbogen, der sich nach hinten erstreckt und mit dem Wirbelkörper zusammen den Wirbelkanal bildet. Dieser enthält das Rückenmark und die Nervenwurzeln.
  • Dornfortsatz und Querfortsatz dienen als Anheftungspunkte für Muskeln und Bänder.
  • An den Stellen, an denen die Lendenwirbelkörper aufeinandertreffen, befinden sich Wirbelgelenke. Diese Gelenke ermöglichen die Bewegung der Wirbelsäule.
  • Aus dem Wirbelkanal treten Nervenwurzeln aus, die zwischen den Wirbelkörpern und Bandscheiben verlaufen. Diese Nervenwurzeln sind für die Übertragung von sensorischen und motorischen Signalen zwischen dem Rückenmark und anderen Teilen des Körpers verantwortlich. Diese Bereiche nennt man auch Dermatome. So lässt sich jede Nervenwurzel einem speziellen Hautbereich zuordnen.

Die Lendenwirbelsäule ist aufgrund ihrer Anatomie anfällig für Probleme wie Bandscheibenvorfälle, degenerative Veränderungen und Verschleiß.

Welche Ursachen haben Bandscheibenvorfälle LWS?

  • Degeneration der Bandscheiben: Mit zunehmendem Alter verschleißen die Bandscheiben. Der äußere Faserring kann schwächer werden, was das Risiko einer Vorwölbung oder eines Risses erhöht.
  • Überlastung und Verletzungen: Schweres Heben, Tragen, plötzliche Bewegungen oder Verletzungen können dazu führen, dass der innere Kern der Bandscheibe durch den Faserring bricht.
  • Fehlhaltungen und Bewegungsmangel: Lang anhaltende Fehlhaltungen, wie Sitzen in einer ungünstigen Position, können die Wirbelsäule ungünstig belasten und zu Bandscheibenvorfällen beitragen.
  • Übergewicht: Übergewicht übt zusätzlichen Druck auf die Bandscheiben aus, was das Risiko für Vorfälle erhöhen kann.
  • Schwache Bauch- und Rückenmuskulatur: Eine unzureichend entwickelte Muskulatur kann die Stabilität der Wirbelsäule verringern und das Risiko von Verletzungen erhöhen.
    Wie Sie Ihre Muskulatur stärken, erfahren Sie später in diesem Artikel, wenn wir Ihnen spezielle Bandscheibenvorfall LWS Übungen an die Hand geben.

Bandscheibenvorfälle lassen sich nicht immer auf eine einzelne Ursache zurückführen, sondern sind oft das Ergebnis einer Kombination von mehreren Faktoren.

Häufige Symptome von Bandscheibenvorfällen im unteren Rückenbereich

Ein Bandscheibenvorfall LWS kann verschiedene Symptome verursachen, abhängig von der Position und dem Grad des Vorfalls sowie davon, ob Nervenwurzeln betroffen sind. Hier sind einige häufige Bandscheibenvorfall LWS Symptome:

  • Schmerzen im unteren Rücken sind ein häufiges Symptom. Der Schmerz kann sich stumpf, stechend oder brennend anfühlen und sich auf eine Seite des Rückens konzentrieren.
  • Wenn der Vorfall auf eine der Nervenwurzeln drückt, kann sich dies sich in Schmerzen äußern, die vom unteren Rücken bis ins Gesäß, die Oberschenkel und sogar bis in die Füße ausstrahlen.
  • Ein Bandscheibenvorfall kann dazu führen, dass die Nervenwurzeln gereizt, entzündet oder komprimiert werden, was zu Taubheit, Kraftverlust oder Kribbeln (Reithosenanästhesie) führen kann. Muskelreflexe können abgeschwächt sein oder ganz fehlen.
  • Die Schmerzen können sich bei bestimmten Bewegungen, wie Bücken, Heben, Husten oder Niesen verschlimmern.
  • Ein Bandscheibenvorfall kann die Beweglichkeit der Wirbelsäule beeinträchtigen, sodass es schwer fällt, sich normal zu bewegen.
  • Muskelverspannungen: Die Muskeln im betroffenen Bereich können sich verspannen oder verkrampfen, um die Wirbelsäule zu schützen.
  • Es kann zu Inkontinenz, also einem Stuhl- oder Harnverhalt und damit zu Darm- und Blasenentleerungsstörungen kommen.

Diagnose von Bandscheibenvorfällen im unteren Rückenbereich

Der Arzt oder Therapeut wird mit Ihnen sprechen, um Informationen über Ihre Symptome, medizinische Vorgeschichte und mögliche Ursachen zu erfahren. Eine körperliche Untersuchung dient dazu, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu überprüfen, Druckpunkte zu identifizieren und Anzeichen für Sensibilitätsveränderungen (neurologische Untersuchung) zu erkennen.

Erhärtet sich der Verdacht, dass Sie unter einem Bandscheibenvorfall LWS leiden, wird der Arzt gewöhnlich ein MRT, Röntgen oder ein CT anordnen und bei Vorliegen eines der drei Symptome (Taubheit, Kraftverlust und Inkontinenz), eine sofortige Behandlung veranlassen, damit Ihre Beschwerden nicht dauerhaft bestehen bleiben.

Eine Magnetresonanztomographie (MRT) ist in der Regel die bevorzugte Methode zur Diagnose von Bandscheibenvorfällen. Ein MRT ermöglicht es, detaillierte Bilder der Wirbelsäule und des umgebenden Gewebes (Muskeln, Faszien, Bandscheiben etc.) zu erstellen, um den genauen Ort und die Größe des Vorfalls sowie mögliche Nervenkompressionen zu identifizieren.

Eine Computertomographie (CT) kann nützlich sein, um zusätzliche Informationen über die Wirbelsäule und den Vorfall zu erhalten, insbesondere wenn sich ein MRT aus bestimmten Gründen nicht durchführen lässt.

Nicht-chirurgische Behandlungsmöglichkeiten bei einem Bandscheibenvorfall LWS

  • Schmerzmittel: Medikamente wie nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) können helfen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren.
    Natürlich sollten Sie Schmerzmittel nicht als Dauerlösung betrachten, denn sie bringen immer Nebenwirkungen für den Körper mit sich und belasten ihn zusätzlich. Außerdem sind sie nicht in der Lage, die Ursache für den Bandscheibenvorfall LWS zu beheben.
  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann Ihnen individuelle Übungen und Therapien zeigen, um die Flexibilität zu verbessern, die Muskulatur zu stärken und die richtige Körperhaltung zu fördern. Ziel dieser Bandscheibenvorfall LWS Therapie ist es, die Belastung für die Bandscheiben zu reduzieren und die Genesung zu unterstützen.
  • Manuelle Therapie: Massagen, Dehnungen und sanfte Manipulationen können als Bandscheibenvorfall LWS Behandlung dazu beitragen, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu verbessern und Muskelverspannungen zu lösen.
  • Chiropraktik: In den USA bereits das Mittel der ersten Wahl ist Chiropraktik, um den Körper wieder gezielt in Balance zu bringen.

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten bei einem Bandscheibenvorfall LWS

Bei einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule kann eine chirurgische Behandlung in Erwägung gezogen werden, wenn nicht-chirurgische Maßnahmen keine ausreichende Linderung der Symptome bieten.

  • Mikrodiskektomie oder Mikrochirurgie: Dies ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem der Chirurg einen kleinen Schnitt macht und mit Hilfe eines Mikroskops den Bandscheibenvorfall entfernt, der auf die Nervenwurzeln drückt.
  • Laminektomie oder Laminotomie: Bei diesen Verfahren wird ein Teil des Wirbelbogens entfernt, um mehr Platz für die Nervenwurzeln zu schaffen und den Druck zu reduzieren.
  • Lumbale Bandscheibenprothese (Bandscheibenendoprothese): Bei dieser Operation wird die beschädigte Bandscheibe entfernt und durch eine Prothese ersetzt, um die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten und Schmerzen zu lindern.

Vorbeugung von Bandscheibenvorfällen in der Lendenwirbelsäule

  • Regelmäßige körperliche Aktivität, wie Aerobic, Schwimmen und gezielte Übungen zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur, kann die Flexibilität und Stabilität der Wirbelsäule verbessern.
  • Beim Heben schwerer Gegenstände sollten Sie in die Knie gehen, den Rücken gerade halten und die Last nahe am Körper halten. Vermeiden Sie Drehbewegungen während des Hebens.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Arbeitsplatz so eingerichtet ist, dass er Ihre Wirbelsäule unterstützt. Passen Sie den Stuhl, die Tastatur, den Monitor und den Arbeitsbereich an, um eine aufrechte Körperhaltung zu fördern.
  • Achten Sie darauf, dass Sie beim Sitzen, Stehen und Gehen eine aufrechte Körperhaltung bewahren. Vermeiden Sie langes Sitzen in einer gebückten oder gekrümmten Position.
  • Tragen Sie Schuhe mit angemessener Unterstützung und Dämpfung, insbesondere wenn Sie längere Zeit stehen oder gehen müssen.
  • Bevor Sie körperliche Aktivitäten oder Übungen beginnen, achten Sie darauf, sich angemessen aufzuwärmen, um die Muskeln vorzubereiten und Verletzungen zu vermeiden.
  • Beim Schlafen ist eine ergonomische Matratze wichtig, die manche Körperstellen entlastet und andere Körperregionen unterstützt. Verwenden Sie bei Bedarf ein Kissen, um die natürliche Körperhaltung zu unterstützen.

Welche Bandscheibenvorfall LWS Übungen sind präventiv zu empfehlen?

Es gibt spezifische Übungen, die dazu beitragen können, die Stabilität, Flexibilität und Kraft der Lendenwirbelsäule zu verbessern und das Risiko von Bandscheibenvorfällen zu verringern.

Katz und Kuh:

  1. Beginnen Sie auf Händen und Knien, die Handgelenke befinden sich dabei unter den Schultern und die Knie unter den Hüften.
  2. Beim Einatmen lassen Sie den Rücken nach unten sinken, heben Sie den Kopf an und richten Sie den Blick nach oben (Kuh-Position).
  3. Beim Ausatmen runden Sie den Rücken nach oben, ziehen Sie den Bauchnabel zur Wirbelsäule und senken Sie den Kopf ab (Katzen-Position).
  4. Wiederholen Sie diese Bewegung mehrmals.

Knie-zu-Brust-Dehnung:

  1. Legen Sie sich auf den Rücken und ziehen Sie ein Knie sanft zur Brust.
  2. Halten Sie diese Position für wenige Atemzüge, wenn Sie dynamisch dehnen wollen und über 60 Sekunden, wenn Sie eine nachhaltige Dehnung erreichen möchten. Dann wechseln Sie das Bein.
  3. Diese Übung dehnt die Muskulatur im unteren Rücken (angezogenes Bein) und die Muskulatur in der Hüfte im ausgestreckten Bein (Hüftbeuger).

Die wichtigste Übung für einen starken Rücken – Beckenheben:

  1. Legen Sie sich auf den Rücken, winkeln Sie die Knie an und stellen Sie Ihre Füße flach auf den Boden.
  2. Heben Sie das Becken an, bis Ihr Körper eine gerade Linie von den Schultern bis zu den Knien bildet.
  3. Halten Sie die Position einige Sekunden und senken Sie dann das Becken wieder ab.
  4. Wiederholen Sie dies zehn bis 15 Mal.
  5. Fortgeschrittene können ein Bein nach oben anheben, um die Pomuskulatur (den wichtigsten Stabilisator des unteren Rückens) des Standbeins einseitig gezielter zu trainieren. Wieder zehn bis 15 Wiederholungen, dann das Bein wechseln.

Bleiben Sie gesund!

Schmerzfreie Grüße

Hexenschuss Spezialist Bernhard Schwarz
Hexenschuss Spezialist Bernhard Schwarz


Was sind Ihre nächsten Schritte?

FAQs – Häufig gestellte Fragen

Tritt ein Bandscheibenvorfall LWS nur bei älteren Menschen auf?

Nein, ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule kann Personen jeden Alters betreffen, abhängig von der jeweiligen Ursache und Lebenssituation.

Sind Ruhe und Schonung die besten Strategien bei einem Bandscheibenvorfall LWS?

Bei einem akuten Bandscheibenvorfall LWS mit starken Schmerzen ist an Bewegung natürlich erstmal nicht zu denken.

Sobald die Schmerzen aber nachgelassen haben bzw. erträglich sind und man die erste Behandlung hinter sich hat, sollten Sie durch gezielte Übungen Ihre Muskulatur stärken, um damit Ihre Lendenwirbelsäule und die Linderung der Beschwerden zu unterstützen.

Wie wird ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule noch genannt?

Die Synonyme des Bandscheibenvorfalls der Lendenwirbelsäule sind:

– lumbaler Prolaps
– lumbaler Diskusprolaps
– lumbale Bandscheibenextrusion
– lumbale Diskushernies Bandscheibenvorfalls


Von einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule spricht man, wenn Teile der Bandscheibe zwischen den Wirbeln nach außen treten. In der Folge kann auch das ausgetretene Gewebe auf das Rückenmark und die umgebenden Nerven drücken. Dabei ist ein Bandscheibenvorfall in drei von fünf Abschnitten der Wirbelsäule (Halswirbelsäule = HWS, Brustwirbelsäule = BWS und Lendenwirbelsäule = LWS) möglich. Ausnahme ist das Kreuz- und Steißbein, das miteinander verwachsen ist. Der Großteil der Bandscheibenvorfälle betrifft die Lendenwirbelsäule – rund ein Viertel der Bandscheibenvorfälle entfällt auf die Halswirbelsäule.

Ein Bandscheibenvorfall HWS hat übrigens nicht unbedingt etwas mit dem Lebensalter zu tun, denn jeder Mensch in jedem Alter kann davon betroffen sein.

Wie Sie einen Bandscheibenvorfall vorbeugen können und was Sie unternehmen können, wenn Sie davon betroffen sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sind die Anzeichen bei einem Bandscheibenvorfall der HWS (Halswirbelsäule)?

Wahrscheinlich vermuten Sie zunächst Schmerzen im Nackenbereich als typische Symptome, wenn Sie an einen Bandscheibenvorfall in der HWS denken. Allerdings deuten nicht nur Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule auf einen Bandscheibenvorfall hin. Die Schmerzen können in verschiedene Körperregionen (Kopf, oberer Rücken, Schulter, Oberarm, Ellbogen, Hand und Fingerspitzen) hinein ausstrahlen, verbunden mit Symptomen wie Taubheitsgefühlen oder Kribbeln. Wenn Schmerzen bis in das Gesäß oder die Beine hinein ausstrahlen, ist dies hingegen eher ein Indiz für einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule, auch lumbaler Bandscheibenvorfall genannt. Das liegt an den sogenannten Dermatomen. Ein Dermatom ist ein spezieller Körperbereich, der durch die zugehörigen Nerven aus dem Rückenmark (Spinalnerven) versorgt wird. Wenn Sie also Schmerzen im Fuß angeben, gibt es schon, wie oben beschrieben, einen Anhaltspunkt für eine Verletzung oder Entzündung des Spinalnervs im unteren Bereich der Wirbelsäule und nicht in der HWS.

Was sind die häufigsten Ursachen für einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule?

Wie bereits erwähnt, kann jeder Mensch von einem Bandscheibenvorfall in der HWS betroffen sein. Dennoch sind degenerative Veränderungen, eine zu schwache Muskulatur oder ein Trauma an der Wirbelsäule einer der typischen Gründe für einen solchen Bandscheibenvorfall. Dazu muss man wissen, dass die Bandscheibe mit zunehmendem Alter mehr und mehr an Elastizität verliert, sodass sie anfälliger für Schäden wird. Wenn die Bandscheibe dann rissig wird oder sich bereits vorgewölbt hat (Bandscheibenprotrusion), kann dies einen Bandscheibenvorfall auslösen.

Auch langfristige ungünstige Belastungen der Halswirbelsäule können die Bandscheiben in Mitleidenschaft ziehen und zu Verschleißerscheinungen führen. Solche Überbelastungen sind beispielsweise das Tragen von schweren Lasten oder aber auch ungünstige Haltungen (z.B. im Sitzen stundenlang nach unten aufs Handy zu schauen) im Alltag.

Ebenfalls können bestimmte Erkrankungen wie Osteoporose oder Arthritis die Struktur der Bandscheiben beeinflussen und das Risiko für einen Bandscheibenvorfall in der HWS erhöhen.

Eine einzelne Ursache für einen Bandscheibenvorfall in der HWS (wie z.B. durch einen schweren Autounfall oder Sturz) gibt es übrigens meistens nicht. Vielmehr sind es mehrere Faktoren, die letztlich zu einem Bandscheibenvorfall führen.

Einige Expertentipps zur Vorbeugung von Bandscheibenvorfällen in der Halswirbelsäule (HWS):

  • Achten Sie auf eine aufrechte Haltung: Sie sollten langes Sitzen in ungünstigen Positionen vermeiden und auch beim Stehen und Gehen auf eine gute Körperhaltung achten. Am Arbeitsplatz verwenden Sie am besten ergonomische Möbel und Hilfsmittel, um Ihre Wirbelsäule zu entlasten.
  • Regelmäßige Kräftigung ist das A und O: Entscheidend für eine gute Gesundheit der Wirbelsäule ist eine aktive Lebensweise. Mit Stärkungsübungen für die Hals- und Nackenmuskulatur können Sie die Belastbarkeit Ihrer Halswirbelsäule erhöhen.
  • Achten Sie auf eine gleichmäßige Belastung: Vermeiden Sie Dysbalancen und trainieren Sie möglichst beide Körperseiten gleich. Haben Sie schwer zu tragen, dann verteilen Sie die Last möglichst gleichmäßig oder wechseln in regelmäßigen Abständen die Seite.
  • Auch beim Heben und Bücken sollten Sie auf eine gesunde Haltung des Kopfes achten. Gehen Sie beim Heben von Gegenständen also in die Knie und arbeiten Sie mit einem geraden Rücken. Hierbei bleibt der Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule.
  • Legen Sie regelmäßige Pausen ein: Führen Sie eine Tätigkeit aus, bei der die Halswirbelsäule über längere Zeit in einer ungünstigen Position bleibt, beispielsweise bei der Renovierung der Wohnung oder dem Haus, sollten Sie regelmäßig kurze Pausen einlegen. Bewegen Sie sich dabei und lockern Sie Ihre Nackenmuskulatur.
  • Die wichtigste und effektivste Kräftigungsübung für die Halswirbelsäule ist folgende Übung: Sie legen sich flach auf den Boden oder das Bett und heben langsam immer wieder über eine Minute Ihren Kopf hoch (Kinn Richtung Brustbein), so als würden Sie „Ja“ sagen und dabei die Kopfbewegung durchführen. Bei der fortgeschrittenen Variante kommt noch eine Rotation dazu, also die „Nein-Bewegung“. Eine Minute ohne Absetzen alle zwei Tage.

Wie sieht eine Bandscheibenvorfall HWS Behandlung aus?

Generell bestehen bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen in der HWS zwei Möglichkeiten: zum einen die konservative und zum anderen die operative Therapie.

Eine vorübergehende Ruhigstellung und Entlastung der Halswirbelsäule kann zu einer Linderung der Schmerzen führen. Gleichzeitig verordnete Schmerzmittel verstärken diesen Effekt. Mit entzündungshemmenden kortisonhaltigen Präparaten oder auch muskelrelaxierenden Medikamenten möchte man den Körper bei der Heilung unterstützen, so dass Sie als Betroffener eine dauerhafte Schonhaltung vermeiden und sich die umgebende Muskulatur entspannen kann.

Schmerzmittel als dauerhafte und bequeme Option bei Schmerzen?

Medikamente wie entzündungshemmende Schmerzmittel können manchmal die Beschwerden lindern, jedoch kann eine längere Einnahme dieser zu weiteren Beschwerden führen (Nebenwirkungen). Im absoluten Notfall und als eine der ersten Maßnahmen können sie eine gute Lösung sein. Auf Dauer haben sie jedoch negative Auswirkungen auf den gesamten Körper. Daher sollten Sie Schmerzmittel nicht als dauerhafte Lösung bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS betrachten.

Bewegen oder Schonen – was ist besser?

Die beste Möglichkeit, um ursächlich etwas gegen einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule zu unternehmen, ist neben der Vorbeugung durch eine aufrechte Körperhaltung und zielgerichtete kräftigende Übungen, die Behandlung der Körperstatik z.B. durch sanfte Chiropraktik oder Akupressur. Damit können Sie Fehlbelastungen beheben und helfen Ihrem Körper, sich wieder „normal“ – also funktionell – zu bewegen.

Zusammenfassend kann man also sagen, nach der ersten „schmerzhaften“ Zwangspause, dem Abklären eventueller neurologischer Ausstrahlungen und der Eindämmung der Entzündung, ist die Bewegung und die – bestenfalls angeleitete – Kräftigung der Hals- und Nackenmuskulatur die wichtigste Maßnahme neben der Behandlung der Körperstatik.

Was sollten Sie in der Akutphase unbedingt vermeiden bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS?

Auf ruckartige Bewegungen (speziell die Rotation und Seitneigung) wie beim Kampfsport und Fußball sollten Sie unbedingt verzichten.

Wann wird ein Bandscheibenvorfall HWS operiert?

Eine operative Therapie kommt in der Regel erst in Betracht, wenn es zu akuten neurologischen Ausfällen kommt (z.B. Lähmungserscheinungen im Arm), die nicht durch muskuläre Verspannungen, sondern durch eine Verletzung des Spinalnervs ausgelöst werden und alle konservativen Behandlungsmaßnahmen ausgeschöpft sind und sich auch nach einigen Monaten keine spürbaren Erfolge zeigen.

Bleiben Sie gesund!

Schmerzfreie Grüße

Hexenschuss Spezialist Bernhard Schwarz
Hexenschuss Spezialist Bernhard Schwarz


Was sind Ihre nächsten Schritte?

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie wird ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule noch genannt?

Synonyme eines Bandscheibenvorfalls der Halswirbelsäule (HWS) sind:
– HWS-Bandscheibenvorfall
– zervikaler Bandscheibenvorfall
– zervikaler Prolaps
– zervikaler Diskusprolaps
– zervikale Diskushernie

Muss ein Bandscheibenvorfall HWS immer operiert werden?

Nein! Leider werden zwar viele Bandscheibenvorfälle operiert, jedoch ist nicht garantiert, dass die Beschwerden danach weg oder besser sind. Ausschließlich bei akut neurologischen Ausfällen, die nicht durch muskuläre und fasziale Verspannungen verursacht werden oder wenn über Monate konservative Maßnahmen und zielgerichtetes Training keine Wirkung zeigt, sollte man über eine OP nachdenken.

Muss ich Bettruhe einhalten bei einem Bandscheibenvorfall HWS?

Früher waren Bettruhe und Ruhigstellen häufige Empfehlungen bei einem Bandscheibenvorfall. Mittlerweile setzt man jedoch auf moderate Bewegung und physiotherapeutische Übungen. Wir empfehlen Ihnen unbedingt eine Behandlung der Körperstatik und zielgerichtete Kräftigungsübungen als Basismaßnahmen.

Was sollte ich bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS vermeiden?

Besonders wichtig ist es, die Halswirbelsäule nicht weiter durch ungünstige Haltungen zu belasten, beispielsweise durch langes Nach-unten-Schauen aufs Handy und auf Kontaktsportarten zu verzichten. Häufig nimmt man dabei nämlich unbewusst genau die ungünstige Position ein, die zum Bandscheibenvorfall geführt hat.